Hypoglykämie - zu niedriger Blutzucker

Eine Unterzuckerung (kurz: Hypo) hängt unmittelbar mit der Diabetesbehandlung zusammen und kann jeden Diabetiker treffen, der mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten (Sul­fo­nyl­harnstoff) behandelt wird.
 
Bei Blutzuckerwerten unter 60 mg/dl kommt es im Körper (besonders im Ge­hirn) zu einem Zucker-, und damit Energiemangel. Die typischen Warnsymptome können schon bei einem Wert von 80 mg/dl (oder höher) auftreten, wenn der Blut­zucker steil abfällt. Innerhalb weniger Minuten kann es zu einer Hypoglykämie kommen.

Ursachen:

  • zuviel gespritztes Insulin bzw. zu starke Tabletten­wirkung
  • vergessene Zwischen­mahl­zeit
  • erhöhte körperliche Aktivität, ohne zusätzlich zu essen
  • Durchfallerkrankungen
  • übermäßiger Alkoholkonsum 

Die Anzeichen sind unterschiedlich, je nachdem, wie schnell bzw. wie tief der Zucker sinkt.
Hypoglykämie:  (© )


Typische Symptome:

  • Zittrigkeit
  • erhöhte Herzfrequenz
  • kalte Schweißausbrüche
  • Konzentrationsschwäche bis zur Verwirrtheit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • labile Stimmungslage, Gereizt­heit, Aggressivität


Dann heißt es handeln und rasch Zucker zuführen, erst einmal 1-2 rasch verfügbare Brot­einheiten, dann den Blutzucker kontrollieren und ev. die Zucker­einnahme fortsetzen. Wichtig ist hierbei, dass schnell wirksame Kohlenhydrate zugeführt werden, damit der Blutzucker schnell wieder ansteigt.
 
Um ein erneutes „Abrutschen" zu verhindern, zum Schluss noch ein bis zwei länger wirksame BE, wie zum Beispiel Joghurt oder Brot zuführen. Aber: nicht un­kontrolliert bzw. ungezählt große Zuckermengen zu sich nehmen - sonst steigt der Zucker zu hoch. Wenn ein Diabetiker durch eine Unter­zucker­ung be­wusstlos wird, ist er auf fremde Hilfe angewiesen. Hier muss rasch Glukagon ge­spritzt werden – unter die Haut oder in einen Muskel. Dabei sollten An­ge­höri­ge keine Scheu haben, etwas falsch zu machen! Schlimmer ist es, nichts zu tun.
 

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